Unsere Motivation zur Schulgründung

Wir wollen die Entwicklung stoppen, dass der Schulerfolg weitgehend abhängig ist von der sozialen Herkunft und den finanziellen Möglichkeiten der Elternhäuser. Auch Kinder aus dem Wedding und Moabit sollen ihr zukünftiges persönliches und berufliches Leben selbstbestimmt gestalten können. Sie sollen als Erwachsene für die Versorgung ihrer Familien selbst aufkommen, ihren Wohnraum finanzieren und verantwortungsbewusst
am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Dazu brauchen sie vor allem gute Schulabschlüsse und Anschlussperspektiven.

Viele Mitinitiatoren der FBW haben selbst erlebt, dass das bestehende Schulsystem in seiner derzeitigen Form sozial ungerecht ist.

An die FBW richtet sich der Anspruch mit gutem Beispiel voran zu gehen. Neue Formen von Pädagogik, Elternarbeit und Stadtteilarbeit sollen erprobt und weitergegeben werden. Die FBW versteht sich als mögliche Impulsgeberin für eine Veränderung im Bildungsbereich: Für mehr soziale Gerechtigkeit!

Artikel zur sozialen Ungleichheit im schulischen Bereich:

www.zeit.de/2008/12/C-Studie-Bildungschancen

Was ist eine Bürgerschule?

(MH) Aus der Kritik am engen und meist ungebrochenen Zusammenhang von sozialer Herkunft einerseits und den Chancen auf eine erfolgreiche schulische Bildung andererseits entwickelte der Paritätische Wohlfahrtsverband das Konzept Bürgerschule. Dabei spielt es erst einmal keine Rolle, in wessen Trägerschaft (frei oder staatlich) diese Schulen wären. Grundsätzlich steht jede Gründungsgruppe für eine Bürgerschule vor der Aufgabe, eine Konzeption zu entwickeln, die soziale Gerechtigkeit im Kontext von Schule umsetzt und sichtbar praktiziert.

SchülerInnen werden individuell begleitet und unterstützt. Die ernsthaft umgesetzte individuelle Begleitung von Kindern und Jugendlichen kann die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten in den Herkunftsfamilien ein Stück weit ausgleichen helfen.

Bürgerschulen sind demokratische Schulen. Sowohl in ihrer Struktur als auch in der Schulkultur. Um dies umsetzen zu können, soll jede Schule sich weitgehenst selbst verwalten und organisieren. Verantwortung für das Gelingen tragen alle Beteiligten.

Alle ProtagonistInnen der Bürgerschulen sind gestaltende, mündige BürgerInnen. Das entspricht eher dem französischen Verständnis des Citoyen und grenzt sich vom passiven Wahlbürger ab.

Ziel der Bürgerschulen ist es u.a., dass die SchülerInnen lernen, wie sie ihr Lebensumfeld mitgestalten und verändern können. Im Schulkonzept der Freien Bürgerschule Wedding wird das bspw. mit dem 'Fach' Bürgerschaftliches Engagement aufgegriffen.

Bürgerschulen sind Teil ihres Umfeldes und vernetzen sich mit den lokalen AkteurInnen.

1. Paritätische Bürgerschulen sind inklusive Schulen

2. Sie sind demokratisch, stärken das Individuum und vermitteln modernen Bürgerethos

3. Bürgerschulen kommen aus der Mitte der Gesellschaft und sind Teil von ihr

4. Förderung frei-gemeinnütziger Trägerschaften

5. Garantierte Chancengleichheit

6. Gleiche Finanzierung aller Schulträger (staatlich / frei)

7. Eltern stärken - freie Schulwahl

8. Die Bürgerschule verantwortet das Erreichen der Ziele selbst

 

Weitere Informationen:

Rechtsgutachten zur Machbarkeit von Bürgerschulen durch Prof. Dr. Jörg Ennuschat.

Beitrag von Elfi Witten zu einem Fachtag zur Umsetzung von Bürgerschulen.